In vielen Altbauten ja. In einem Feldtest des Fraunhofer ISE mit 77 Anlagen in Häusern der Baujahre 1826 bis 2001 erreichten Luft/Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Entscheidend sind eine passende Vorlauftemperatur und eine sorgfältige Heizlastberechnung, weniger das Baujahr.
Was die Feldtests im Bestand zeigen
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen, 61 davon mit Außenluft als Wärmequelle. Die Häuser stammen aus den Baujahren 1826 bis 2001. Die Luft/Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4, die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Erdreich-Wärmepumpen kamen im Mittel auf 4,3.
Eine JAZ von 3,4 heißt: Aus einer Kilowattstunde Strom werden im Jahresmittel 3,4 Kilowattstunden Wärme. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forschenden dabei nicht. Wichtiger als das Alter des Hauses ist also, wie gut Gebäude, Heizflächen und Wärmepumpe zusammenpassen.
Die Vorlauftemperatur ist der Schlüssel
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser in die Heizkörper fließt. Je niedriger sie sein kann, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Die Verbraucherzentrale nennt 30 bis 50 Grad als Bereich, in dem Wärmepumpen am effizientesten arbeiten.
Das Umweltbundesamt schätzt, dass rund 53 % der Heizsysteme in Wohngebäuden mit höchstens 55 °C Vorlauf auskommen und damit aus Effizienzsicht unproblematisch sind. Für viele weitere Häuser reicht es laut UBA, einzelne zu kleine Heizkörper zu tauschen. Moderne Wärmepumpen schaffen an den kältesten Tagen Vorlauftemperaturen bis 75 °C, dann allerdings mit geringerer Effizienz.
Was vor der Entscheidung geprüft wird
Ein Fachbetrieb oder Energieberater klärt vorab, wie viel Wärme Ihr Haus am kältesten Tag braucht und mit welcher Temperatur Ihre Heizkörper die Räume warm bekommen. Der Fraunhofer-Feldtest zeigt, dass viele Anlagen überdimensioniert waren. Eine genaue Berechnung lohnt sich also doppelt: für die passende Gerätegröße und für niedrige Betriebskosten.
- Heizlast: raumweise berechnet, damit die Wärmepumpe zum tatsächlichen Bedarf passt
- Heizkörper: reicht ihre Fläche für eine niedrige Vorlauftemperatur, oder lohnt der Tausch einzelner Heizkörper?
- Bisheriger Verbrauch: Gas- oder Ölrechnungen der letzten Jahre als Grundlage
- Aufstellort der Außeneinheit: Abstand zu Nachbarn und Schlafräumen
- Hydraulischer Abgleich: für die KfW-Förderung vorgeschrieben
Dämmen vorher – oder direkt starten?
Eine Vollsanierung ist für eine Wärmepumpe keine Voraussetzung. Die Forschenden des Fraunhofer ISE fassen zusammen, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient arbeiten, ohne dass diese auf Neubaustandard saniert werden. Wer ohnehin Fenster tauschen oder dämmen möchte, senkt damit laut Umweltbundesamt die nötige Vorlauftemperatur zusätzlich.
Ob Ihr Haus geeignet ist, klärt ein Fachbetrieb vor Ort. Berechnen Sie vorab Ihre mögliche KfW-Förderung und fordern Sie ein unverbindliches Angebot an.
Förderung berechnen →- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Presseinformation 03.11.2025, PDF)
- Umweltbundesamt: Lösungsoptionen für Wärmepumpen in Bestandsgebäuden (Factsheet, Stand 27.03.2023, PDF)
- Verbraucherzentrale: Wärmepumpe – alles, was Sie wissen müssen (Stand 14.04.2026)
- BMWE: Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.07.2026 (PDF)