Eine Fußbodenheizung ist hilfreich, aber in den meisten Häusern entbehrlich. Im Feldtest des Fraunhofer ISE liefen ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Flächenheizungen. Oft genügt es, einzelne zu kleine Heizkörper zu ersetzen.
Heizkörper funktionieren – wenn sie groß genug sind
Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je kühler das Heizwasser sein darf. Fußbodenheizungen kommen wegen ihrer großen Fläche mit sehr niedrigen Temperaturen aus. Heizkörper brauchen dafür genug Fläche.
Genau das hat das Fraunhofer ISE in 77 Bestandsgebäuden gemessen: Ausreichend dimensionierte Heizkörper wurden im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben wie Flächenheizungen. Für die meisten Hausbesitzer heißt das: Ihre vorhandenen Heizkörper bleiben in der Regel im Haus.
Warum viele Heizkörper schon passen
Viele Heizkörper wurden früher großzügig ausgelegt, und spätere Dämmung oder neue Fenster haben den Wärmebedarf weiter gesenkt. Das Umweltbundesamt geht daher bei Häusern mit ursprünglich 70 °C Auslegung realistisch von 60 bis 65 °C tatsächlich benötigter Temperatur aus. Rund 40 % der Heizsysteme liegen laut UBA bereits zwischen 35 und 55 °C.
Wann einzelne Heizkörper getauscht werden
Meist bestimmt ein einzelner Raum die nötige Vorlauftemperatur, etwa ein Bad oder ein Eckzimmer mit kleinem Heizkörper. Wird dort ein größerer Heizkörper eingebaut, kann das ganze System kühler laufen. Das Umweltbundesamt nennt den Tausch einzelner, zu klein dimensionierter Heizkörper als häufigste Lösung.
Lohnend ist der Schritt, weil höhere Temperaturen Strom kosten: Laut einer UBA-Simulation verbraucht eine Luftwärmepumpe bei 70 °C Auslegungs-Vorlauf rund 30 % mehr als bei 55 °C.
- Raumweise Heizlastberechnung durch den Fachbetrieb
- Abgleich: Welche Heizkörper schaffen die Raumwärme bei 50–55 °C?
- Gezielter Tausch der wenigen Engpass-Heizkörper
- Hydraulischer Abgleich und passende Heizkurve zum Schluss
Was die Förderung dazu sagt
Die KfW fördert neben der Wärmepumpe auch die Optimierung des Heizungsverteilsystems, inklusive hydraulischem Abgleich. Ein im Zuge des Heizungstauschs nötiger Heizkörpertausch kann deshalb zu den förderfähigen Kosten gehören. Welche Positionen genau dazu zählen, bestätigt Ihr Fachbetrieb oder Energieberater vor dem Antrag.
Ob Ihre Heizkörper ausreichen, zeigt die Heizlastberechnung des Fachbetriebs. Fordern Sie ein Angebot an und berechnen Sie vorab, welche Förderung Sie erwarten können.
Förderung berechnen →- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Presseinformation 03.11.2025, PDF)
- Umweltbundesamt: Lösungsoptionen für Wärmepumpen in Bestandsgebäuden (Factsheet, Stand 27.03.2023, PDF)
- Verbraucherzentrale: Wärmepumpe – alles, was Sie wissen müssen (Stand 14.04.2026)
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458)