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Nachteile der Wärmepumpe: Für wen lohnt sie sich nicht?

Kurz gesagt

Die wichtigsten Nachteile sind höhere Anschaffungskosten, die Abhängigkeit vom Strompreis und eine anspruchsvolle Planung. Luft-Wärmepumpen arbeiten an kalten Tagen weniger effizient und brauchen einen gut gewählten Aufstellort. Schwierig wird es vor allem in Häusern, die dauerhaft sehr hohe Vorlauftemperaturen brauchen. Als Stromfresser gilt eine gut geplante Wärmepumpe zu Unrecht: Im Feldtest des Fraunhofer ISE erzeugten Luft-Wärmepumpen aus 1 kWh Strom im Mittel 3,4 kWh Wärme.

≈ 36.400 €Durchschnitt aus 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen, vor Förderung
≈ 30 %Mehrverbrauch einer Luftwärmepumpe bei 70 °C statt 55 °C Auslegungs-Vorlauf (Simulation)
27–42 kWhtypischer Stromverbrauch einer Wärmepumpe je m² Wohnfläche und Jahr
3,4mittlere Jahresarbeitszahl von Luft/Wasser-Wärmepumpen im Bestand

Nachteil 1: Die Anschaffung ist teurer

Das Umweltbundesamt hält fest, dass Wärmepumpen in der Anschaffung teurer sind als konventionelle Heizungen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fand in 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 bis 54.168 Euro, im Schnitt rund 36.400 Euro.

Die KfW übernimmt 30 bis 70 % (bei geringem Einkommen bis 80 %), allerdings auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Bei einem Angebot zum Durchschnittspreis bleibt deshalb auch mit Förderung ein deutlicher Eigenanteil.

Nachteil 2: Die Betriebskosten hängen am Strompreis

Eine Wärmepumpe ist im Betrieb dann günstiger als Gas, wenn ihre Jahresarbeitszahl (JAZ) höher liegt als das Verhältnis von Strompreis zu Gaspreis. Steigt der Strompreis oder arbeitet die Anlage schlechter als geplant, schrumpft dieser Abstand. Ein Wärmepumpentarif mit getrenntem Zähler und reduzierte Netzentgelte nach § 14a EnWG verbessern die Rechnung. Wie das konkret aussieht, zeigt das Rechenbeispiel unten.

Nachteil 3: Planung und Einbau sind anspruchsvoll

Die Verbraucherzentrale betont: Fehler in der Planung können die Effizienz deutlich verringern und die Betriebskosten deutlich erhöhen. Im Feldtest des Fraunhofer ISE waren viele Anlagen gemessen am Verbrauch überdimensioniert, manche schalteten sehr häufig ein und aus. Auch die Vorlauftemperatur zählt: Laut einer UBA-Simulation verbraucht eine Luftwärmepumpe bei 70 °C Auslegungs-Vorlauf rund 30 % mehr Strom als bei 55 °C.

Nachteil 4: Besonderheiten der Luft-Wärmepumpe

Luft-Wärmepumpen sind laut Verbraucherzentrale die beliebteste Variante und vergleichsweise einfach zu installieren, aber weniger effizient und etwas lauter als Erdwärme- oder Grundwasser-Systeme. Ihre Effizienz sinkt mit fallender Außentemperatur. Die Außeneinheit braucht einen Platz mit Abstand zu Schlafräumen und Nachbarn. Erdwärme arbeitet effizienter, kostet durch Bohrung oder Erdarbeiten aber deutlich mehr und muss bei der Unteren Wasserbehörde geklärt werden.

Für wen sie sich weniger lohnt

Das Umweltbundesamt schätzt, dass rund 47 % der Heizsysteme in zentral mit Öl oder Gas beheizten Wohngebäuden ursprünglich für über 55 °C Vorlauf ausgelegt wurden. Mit einem umfassenden Heizkörpertausch lässt sich die Temperatur laut UBA in über 80 % der Fälle unter 55 °C senken. Schwieriger bleibt es in diesen Situationen:

  • Das Haus braucht dauerhaft mehr als 55 °C, und Heizkörpertausch oder Dämmung kommen vorerst nicht infrage – hier nennt das UBA Hybrid-Wärmepumpen als Zwischenlösung
  • Ein Anschluss an ein Wärmenetz ist möglich – der BWP rät, diese Option in Wärmenetz-Gebieten mit zu prüfen
  • Für die Luft-Außeneinheit fehlt ein geeigneter Aufstellort
  • Der Strom läuft über einen teuren Haushaltstarif und die erwartete JAZ ist niedrig

Ist eine Luftwärmepumpe ein Stromfresser?

Der Stromverbrauch im Haushalt steigt, weil die Heizenergie nun über Strom kommt. Der Gesamtenergiebedarf sinkt dagegen: Laut Bundesverband Wärmepumpe braucht eine Wärmepumpe schon bei einer JAZ von 3 weniger als ein Drittel der Energie einer vergleichbaren Brennwertheizung. co2online nennt typische Verbräuche von 27 bis 42 kWh Strom je Quadratmeter und Jahr, für 150 m² also etwa 4.050 bis 6.300 kWh. Der Heizstab spielte im Fraunhofer-Feldtest mit 1,3 % der elektrischen Arbeit eine kleine Rolle.

Rechenweg: Wärmekosten je kWh mit Durchschnittspreisen der Bundesnetzagentur (Stand 01.04.2025)

Gas: 12,13 ct je kWh · Wärmepumpenstrom mit getrennter Messung: 27,44 ct · Haushaltsstrom: 40,05 ct

Schwelle: 27,44 ÷ 12,13 ≈ 2,3 – darüber liegt die Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif vorn

JAZ 3,4 (Mittel Fraunhofer-Feldtest), Wärmepumpentarif: 27,44 ÷ 3,4 ≈ 8,1 ct je kWh Wärme

JAZ 2,6 (schwächste Luft-Anlage im Feldtest), Wärmepumpentarif: 27,44 ÷ 2,6 ≈ 10,6 ct

JAZ 2,6 mit Haushaltsstrom: 40,05 ÷ 2,6 ≈ 15,4 ct – hier wäre Gas günstiger

Vereinfacht: ohne Grundpreise, Wartung und Wirkungsgrad des Gaskessels. Setzen Sie Ihre eigenen Tarife ein.

Die meisten Nachteile lassen sich mit guter Planung klein halten, einige bleiben. Lassen Sie Ihr Haus von einem Fachbetrieb prüfen, berechnen Sie Ihre Förderung und fordern Sie ein unverbindliches Angebot mit berechneter Jahresarbeitszahl an.

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